Winter

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Published on: 18. November 2007

Totes Meer,
nun ist sie längst angebrochen, die triste Zeit des Jahres. Es ist kalt, ungemütlich und dunkel. Für mich die tote Zeit des Jahres. Was verbinden die Menschen mit dieser Zeit? Für viele ist es Romantik, gemeinsame Einkaufsbummel in den reizüberfluteten neuen Centern, die noch nie so viel Kälte und Unpersönlichkeit ausstrahlten, wie jetzt. Das ist nicht mein Ausflugsziel. Man trifft dunkle lange Mäntel, versteckte Gesichter und Menschen in den „sicheren“ Hochburgen auf unseren Strassen. Man bewegt sich von A nach B und das komplett inkognito. Viele empfinden das als normal und gut. Alles andere ist diese Zeit für mich. Dies ist nicht immer so und doch gibt es viel Gemeinsames in dieser Zeit mit z.B. dem Sommer. Wahrscheinlich trifft dies mehr die Singles als andere. Nur soll man sich deshalb in Singlebörsen eintragen??? Diese sind sehr oberflächlich und alles ist auf ein Date getrimmt. Mir zu stupide und zu grob gekörnt. Eine Lösung ist nicht in Sicht und so wird es vorerst bleiben.
Das einzig gute an dieser Zeit und der Kälte ist, dass sie einem das Gefühl vermittelt, alles sei klar und rein. Es ist schön, zu fühlen und zu tasten, nur reicht das noch lange nicht aus, um dieser Zeit irgendetwas abzugewinnen.

Vorüber wird sie gehen, wie alles andere auch. Parallel ablaufende Widersprüche, die sicher keine sind und das Alleinsein.

Na dann bis später…

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  1. Elena sagt:

    Gegen die Verzweifelung. /Beitrag v.19.11.2007
    Guten Morgen Fremder! Ich las Ihren Text und fand einige Worte darin,die mich rührten.Obgleich ich schlafen müsste,nehme ich mir jetzt einfach die Freiheit, ein paar Zeilen darauf zu erwidern. Mein Text heißt- Frieden mit der Unvermeidlichkeit.

    Man sagt, älter werden heißt unter Anderem, dass die Sommer kürzer werden und die Winter länger. natürlich liegt es, in erster Linie, an unserer stärkeren Wahrnehmung der Dinge um uns, im Erwachsenen Alter. Vielleicht liegt es auch daran, dass Erwachsene den Winter so sehr fürchten und im Sommer schon darüber nachdenken, wie bald die kalte, triste Jahreszeit kommen wird und wie trostlos sie sein wird und dadurch so sehr lang. Ich frage mich, was ist es,das uns den Winter so fürchten lässt? Ist es tatsächlich die Kälte, die unsere Gesichter verzerrt und unsere Körper zu krampfhaften Haltungen zwingt? Ist es der Verlust der Farben auf den Strassen? Oder ist es die Einsamkeit, die wir plötzlich empfinden,weil sich das Leben in die Häuser verkriecht? Sind es die leeren Biergärten mit ihren hochgestellten Stühlen und die verlassenen Parks,die gestern noch so fröhlich, bunt und lachend waren? Ist es die Straßenstille, die plötzlich eintritt, weil die Menschen in ihre Gedanken versinken und nicht in die Gespräche? Wahrscheinlich ist es die Mischung aus all diesen Dingen,die uns betrübt. Was also tun, um diese Graue Zeit ertragen zu können, um diese Furcht vor dem unvermeidlichen Eintreten der ungeliebten Jahreszeit zu lindern? In diesem November habe ich beschlossen, den Winter anders zu sehen. Als ich gestern ein Stück zu Fuß ging, ist mir plötzlich klar geworden, dass wir zu viel Zeit mit dieser Sorge um uns verbringen und wie einsam und verlassen und lustlos wir uns im Winter fühlen,dabei vergessen wir ganz,dass gerade der Winter uns zum tieferen Nachdenken über all diese Sachen zwingt und über uns selbst, über unsere Empfindungen, Wünsche,Träume. Ja,es ist kalt, ziehen wir uns doch wärmer an und schauen den Menschen in ihre Gesichter,die ihre fröhlichen Sommermasken abgelegt haben und manchmal viel echter und ehrlicher dadurch wirken, Das Auge bleibt an ihren Gesichtern länger,da sie andere Geschichten erzählen,als im Sommer und doch sind es Geschichten. Das Grün der Natur ist verschwunden, doch welch fabelhafte Graphische Gestalt nimmt sie jetzt dafür an,eine unbeschreibliche Klarheit tritt uns entgegen und beeindruckt ,wenn man es zulässt. Hinter den Biergärten sind Häuser, die gelben Lichter ihrer Fenster laden zum Nachsinnen und zu leisen Gesprächen,das Rot des Weins und das gedämpfte Klirren der Gläser an der Bar stimmt uns sinnlich und herzlich. Und ist es nicht diese Stille auf den Straßen,die uns endlich zu Ruhe zwingt und zum wahrnehmen der inneren Stimme,die wir sonst einfach überhören? Ich habe mir vorgenommen den Winter eine Chance zu geben dieses Jahr.
    In die Singlbörsen möchte ich mich nicht eintragen, dort wird man daran gehindert,an Wunder zu glauben. Die Leute dort tauschen gern wahre Gefühle gegen einen Status, namens Gemeinsamkeit,ein. Aus den Begriffen Zauber und Sicherheit,wählen sie den zweiten.
    Ich bin zu verliebt in die Liebe, so das mir die Einsamkeit lieber ist, als ein Kompromiss. Ich würde mich immer wieder für den Moment entscheiden, in dem ich an einem zugefrorenen See stehe und meine Wangen leuchten vor Kälte und dir Tränen in meinen Augen eben noch heiß und schon vereist und das Herz voller Sehnsucht und verlangen,so dass diese Sehnsucht mein Inneres zerreist und der Frost tut sein übriges. Und da ist plötzlich jemand, der um mich ahnt, nur in diesem Augenblick,weil es ihm vielleicht ähnlich geht, oder weil er meine Stimmung erkannt hat, oder weil die Welt gerade eingefroren ist und es niemanden mehr gibt außer uns, in diesem Moment. Seine Hände möchte ich dann auf meinen Schultern spüren, das flüstern seiner Worte an meinem Ohr, sein Lächeln in meinen Augen wiederspiegeln, das Fieber meiner Lippen von seinen Küssen senken zu lassen… bevor er geht. Und nicht für eine lange gemeinsame Zeit, in der es wichtigeres gibt,als Sehnsucht,Leidenschaft, das unstillbare Verlangen. Ein Augenblick kann manchmal intensiver, als einige Jahre sein und Die Jahre so belanglos wie einige Augenblicke. ich glaube an kleine Wunder und an große, ich glaube an wundervolle Momente, wenn man sie zu leben weiß, die geschehen es zu jeder Jahreszeit,daran möchte ich glauben!
    Ich danke ihnen für ihre Zeit und die Bereitschaft, diese Ausführung bis zum Ende gelesen zu haben.

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